Die Katze von Cardét.
Es war warm und leise, Lavendel lag in der Luft und längst hatte sich der spätsommerliche Nachmittag über den großen Landgarten der Provence gelegt wie ein purpurnes Vlies über einen zarten Jung-Otter. Tobi spielte noch mit den schläfrig gewordenen Wespen, während Bert sich daran erfeute und einen guten alten Jazz samtig vor sich her summte. Im langen Schatten der alten Eichen machte sich Ruslan daran, diesen Augenblick der Verzückung auf Leinwand zu bannen, und Henry, nahezu nackt, reichte ihm dazu Farben und Pinselhaar. Michell, Carlos, Thomas und Knut hatten ihre mit Burgunder gefüllten Silberpokale kurz auf dem hunderte Jahre alten Holztisch zurückgelassen und tanzten derweil einen Reigen im hohen schmeichelnden Gras...
Ein unvergessener Moment der Glückseligkeit – aber hierum geht es auch bei diesem Gewinnspiel nicht.
DENN DIE FEINEN HERREN DES RRC GEHEN AUF WORLD-TOUR...alles nur normale Leute?
Zwei Mega-Konzerte direkt hintereinander – durchaus eine planerische und organisatorische Meisterleistung, ein mediales Großereignis. Natürlich geht das nur mit einem professionellen Team im Hintergrund – die Band selbst braucht sich dabei um nichts zu kümmern – so soll es schließlich auch sein. Rund 140 Helferinnen und Helfer aus 16 verschiedenen Nationen engagieren sich ehrenamtlich und bei voller Selbstverpflegung um die Eigenheiten der 8 Herren.
Allein zur Erfüllung der Sonderwünsche von Tonarzt ist ein dreizehnköpfiges Kreativ-Team ununterbrochen im Einsatz. Tonarzt wird unvorstellbar ekelhaft und zornig, wenn er seine Erwartungen wiederholen muss. Viele Trainings, Mitarbeiter und Schläge waren nötig, um über Jahre hinweg schließlich eine verlässliche, gehorsame und treue Gruppe zu formen, für die es ein „Geht-Nicht“ tatsächlich nicht gibt. Beispielsweise sein persönliches Red-Carpet-Team, das ständig vor ihm herläuft, den 2m breiten Qualitäts-Hochflor auslegt und einen trockenen wie weichen Tritt sichert; sein Gourmet-Team, das ihm unaufgefordert frische Trauben und Madagaskar-Feigen reicht, um seinen empfindlichen Gaumen zu beruhigen, das Hair&Nail-Team unter der Leitung von Star-Coiffeur Jens-Uwe Schneider, das ihm stets den „heißesten“ Asia-Look verpasst. Thomas gilt dennoch im Vergleich zu seinen Bandkollegen als puritanisch.
Henry badet gerne in 18-jährigem Jack Daniels, entspannt räkelt er sich im wohl temperierten Bourbon und nur selten verirrt sich das kostbare Liquid in den Ausguss seiner vergoldeten Reisebadewanne. Aber auch Henrys Team, das ausschließlich aus groß gewachsenen, skandinavischen Heiden besteht und ihm lebenslang unfrei verpflichtet ist, garantiert ihm einen harmonischen und sanften Charakter. Daneben verfügen 4 seiner 15 blonden Burschen über entomologische und botanische Universitätsausbildungen und sichern somit das Wohlergehen seiner 450 kanadischen Hirschkäfer, denen Henry so gern allabendlich beim Nachstellen historischer, vornehmlich alt-persicher Schlachten zusieht.
Bert, der bescheidene nette Ossi von Nebenan? Von wegen; bereits in der Nacht des Mauerfalls, raubte er die Hälfte aller Lampen aus dem Palast der Republik – Bert nämlich liebt das künstliche Licht – bis heute. Bert hat sein professionelles Illuminaten-Team stets an seiner Seite und besteht darauf, dass seine 20 Assistentinnen grundsätzlich mit Sunshine oder Starlight angesprochen werden. Auf perfekt eingespielte Weise leuchten sie ihm den Weg und setzen ihn ins rechte Licht - bei jedem Konzert. Natürlich hat das seinen Preis und Bert musste lernen, auf die ein oder andere Luxus-Uhr, Tasche oder Kroko-Schuhe zu verzichten.
Michell hingegen gilt als Kenner der High Society. Ganz klar also, dass er Ansprüche stellt und diese als einziger sogar vertraglich festhalten lässt. So reist er nie ohne seinen Anwalt Herrn Jay-Jay Jarosch – womit sich der Kreis fast schon wieder schließt. So lassen sich Michell und Tobi vor jedem Auftritt in der KaDeWe Kosmetik-Abteilung schminken, danach verzehren sie bei Jahrgangs-Champagner feinstes französisches Gebäck und lassen mit Absicht mehr als die Hälfte davon zurückgehen. Natürlich haben auch diese beiden ein Team von internationalen Butlern um sich gescharrt, macht ja auch Sinn. Gnade Ihnen Gott, sollte der Backstage-Bereich am späteren Abend nicht wie erwartet vorbereitet sein. Tobi schreit laut, hell und lange, wenn er z. B. seinen Samtrock nicht auf links gefaltet vorfindet; Michell boxt allen in den Magen, sollte sein Drehtabak nicht auf den Punkt aufgefeuchtet worden sein.
Knut ist vielgereist und kennt wie kaum ein zweiter die Bedeutung einer Dienstherrenschaft. Sein Team besteht zwar nur aus 6 zentralamerikanischen Indios, doch arbeitet ein jeder von ihnen mit der Kraft und dem Ehrgeiz einer ganzen Armee. Knut legt wert darauf, das seine Knutzteken (wie er sie liebevoll nennt) in Camouflage-Overalls aus kontrolliert angebauter, ägyptischer Feinstbaumwolle auftreten. Darin haben sie gelernt, ihrem „Jefe“ täglich frisches Brot aus hellem Johanniskernmehl zu backen, Säfte aus englischen Brombeeren zu pressen und die gesamte Tagespresse noch vor Sonnenaufgang aufzubügeln. Sie funktionieren – nur selten spüren Sie seine lederne Gerte.
Ruslans Ansprüche können ohne Weiteres mit denen russischer Oligarchen konkurrieren. So lässt er seine 56 Meter-Yacht auch an Orte transportieren, in denen es keine geeigneten Wasserstraßen gibt. Erinnert sei hier nur an das Neujahrs-Konzert auf der Zugspitze. Auch sonst liebt Ruslan die feinen Dinge, kein Auftritt ohne rahmengenähte Turnschuhe, kein Konzert ohne Yoyoba-Gesichts-Erfrischungsspray, keine Zugabe ohne seine Hermelin-Schals, gerne lässt er sich von seinen Bandkollegen daher auch als Pelz-Kaiser bezeichnen. Im Gegensatz zu allen anderen besteht er darauf, vor jedem Konzert seine neuen Mitarbeiter selbst einzustellen. Er liebt es, unfähige Bewerber bloßzustellen und sie als Taugenichtse gedemütigt wieder fort zu schicken.
Nur einer steht noch über allen und verlangt stets das schier Unmögliche: Disziplin und Ordnung bei seinen Bandkollegen.
Wer traut sich so was? Wer kommt vor allem damit durch?
a) Carlos der Gitarrenmann?
b) Der „Du-bist-zu-laut-auf-der-Bühne“-Mixermann?
c) Etwa schon wieder Gerhard „Der Haken“ Schmid?
d) Oder doch der Augenmann Tobi?
Eure Lösung schickt Ihr bitte bis zum 04.09.09 nebst Vornamen, Namen und E-Mailadresse an soulband@web.de mit dem Betreff: September-Gewinnspiel. Gewinnen könnt Ihr wie immer Freikarten für das kommende Konzert im Frannz-Club. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Der RRC wünscht viel Glück und freut sich auf Eure wahren Antworten. |